Das Wetter hat dich verarscht. Strahlender Sonnenschein und strömender Regen. Als würden alle negativen Effekte des Klimawandels sich in einem Male über dir manifestieren.
Dabei kein Gedanke an Unschönes verschwenden. Überhaupt bist du im Unterdrücken sehr gut. Anstatt ewig zuzuhören vielleicht selbst mal reden.
Das Jahr ohne Winter. Die Postapokalypse ist schon lange Fakt.
Zellinnendruck der Seele. Geistesosmose und die Diffusion eines Gedankenblitzes. Irgendwo schwillt eine Sirene an. Ein unbekannter Feind hat eine Atombombe losgeschickt. Und sie wird hierhin fallen, denn hier ist der Ort, an dem der Weltuntergang begonnen hat, beginnt und beginnen wird. Zeit spielt keine Rolle.
Thermonukleare Explosionen erschüttern deine Träume.
Als ob du überhaupt noch träumen würdest! Dein Schlaf ist ein schwarzer, ohne Bilder, da es keine Bilder mehr gibt. Du hast alles in einen schlecht gezimmerten Schrank aus rauhen Brettern gesperrt und den großen Schlüssel trägst du an deinem Schlüsselbund, ohne dass er sonderlich auffällt. L. konnte allein mit ihren Worten Bildern in deinem Kopf erblühen lassen wie kleine unschuldige Waldblumen. Sie hat es fertiggebracht, den Drachen in dir zu zähmen.
Früher war der Drache eine Entschuldigung, heute ist er ein frommer Wunsch.
Und es ist dir, als hättest du dir gerade einen Alptraum gewünscht als Fluchtweg aus deinem traumlosen Loch, wolkenverhangen und nebelig.